Der Tag begann mit einem spärlichen Frühstück im schwarzen Bären, es geht irgendwie stetig bergab mit der Auswahl. Und irgendwie haben alle schweizer Hotels den gleichen Großhandel. Da geht sie hin, die schöne Individualität…



Anschließend ging’s zum Bahnhof, der irgendwie keinen Fahrradüberweg zu Gleis 2 hatte und da ich keinen Bock hatte, das schwere Fahrrad durch die Unterführung zu tragen, hab ich mein Fahrrad an den großen “Gleise überschreiten” Schildern vorbeigeschoben, boar ganz schon fies
Dann hieß es auf den Zug warten, der, pünktlich wie die Schweizer so sind, um 10:37 auch ankam. Allerdings hatte der Zug kein einziges Fahrradabteil, was ich in der Schweiz schon erwartet hätte eigentlich. War ein riesen Spaß das Fahrrad in den Wagen rein zu pressen. Im Zug selber sagt mir dann der Schaffner noch, dass die am Schalter mich beschissen hat und das Fahrrad falsch berechnet hat, ich also das doppelte dafür gezahlt habe, großes Kino, danke SBB, für nichts
Nach kurzer Fahrt durch Hospenthal und Realp ging es dann auch schon in den Furka Basistunnel, 15,4km lang, das war mal ein Erlebnis. Im Tunnel gibt es sogar Stellen, wo der entgegenkommende Zug vorbeifahren kann, das fand ich irgendwie toll, da die Strecke ja eigentlich nur eingleisig ist und man sicher bessere Stellen als nen Tunnel zum Vorbeifahren finden könnte.
In Oberwald angekommen war ich erst mal erstaunt wie klein der Ort ist, ein Blick in Wikipedia verrät, 277 Einwohner, ja mehr hätte ich auch nicht geschätzt
Den Weg zum Alpenhof zu finden, war also nicht weiter schwer. Im Hotel angekommen wurde ich sehr freundlich von der thailändischen Frau des Chefs begrüßt und eingecheckt. Das Zimmer war wunderbar, groß und sogar mit Balkon zum Sonnen, herrlich

Danach wurde der Ort erkundet, es gibt da einen Supermarkt, eine Postfiliale, diverse Hotels und Restaurants und sogar einen Fahrradladen, man glaubt es kaum. Zurück am Hotel musste ich feststellen, dass der Vorderreifen platt war, aus mir völlig unerfindlichen Gründen. Hab ich also erst mal den Schlauch aus gebaut und geschaut was los is. Die Stelle mit dem Loch konnte man recht schnell finden, da der Schlauch eigentlich eine Flüssigkeit enthält, die Löcher bis zu 3mm abdichten soll. Aber irgendwie hat das ganze offenbar nicht so funktioniert, wie angepriesen, denn die Flüssigkeit leckte aus einem winzig kleinen Loch heraus. Da sich das Loch auf Mantelinnenseite befand, schließe ich auf einen technischen Fehler, der Schlauch hat nach dem Aufpumpen auch Luft verloren, wenn man das Ventil bewegt hat, total komisch. Der Chef vom Alpenhof hat mir erst mal sein komplettes Fahrradwerkzeug angeboten, was ich auch dankbar angenommen habe, da meine Flicken offensichtlich nicht mehr im besten Zustand waren. Aber es hat alles nichts geholfen, der Schlauch war nicht zu reparieren und ich sehr glücklich darüber, dass es einen Fahrradladen gab. Dort habe ich mir einen neuen Schlauch gekauft, eingebaut und der hat die Luft dann auch Gott sei Dank gehalten. Gar nicht auszudenken, wenn das Ganze am Pass oder bei der Abfahrt passiert wäre…
Für den Abend habe ich erst mal nichts mehr gebraucht und habe ein lecker thai veganes Abendessen im Hotel genossen, sehr fein
Schlafen konnte ich aber aus unerfindlichen Gründen den Abend lang gar nicht und bin folglich auch mit einem tollen Kopf und super Laune am Freitag aufgewacht. Nichts desto trotz hab ich mich dazu entschieden, den eingeplanten Regentag aufgrund immerwährenden Sonnenscheins in Oberwald zu verbringen.
Habe dann auch gleich Oberwald zur OpenStreetMap Karte hinzugefügt, da es bisher nur aus einer Straße bestand. Jetzt ist der Teil südlich der Rotten komplett, die Radwege und den nördlichen Teil überlasse ich anderen Mappern, die sich nach Oberwald verirren. Hab mich auch gleich ein wenig im Wandern versucht und den Weg zur Rhonequelle auserkoren. Dabei hatte man eine hervorragende Aussicht und kam auch durch schöne Naturabschnitte. Am Ende stellt sich aber heraus, dass die Rhonequelle nur ein Restaurant ist, vielleicht ist der Teich da wirklich die Quelle der Rhone, aber die Enttäuschung war schon groß. Naja zumindest war ich wandern, immer positiv denken





Abends gab es dann wieder lecker veganes Essen und ein Glas schweizer Rotwein, mhh lecker. Diesmal konnte ich besser schlafen und freute mich schon darauf, endlich weiter zu fahren am nächsten morgen, da Oberwald halt echt nichts zu bieten hat, wenn man länger da ist.
